Schmetterlinge im Bauch – und im Kopf

 

Die Waldstadt-Grundschule mit ihren rund 400 Schülern ist eine offene Ganztagsschule und schon fast zwei Jahrzehnte lang „Umweltschule in Europa – internationale Agenda 21 Schule“. Müllvermeidung, insbesondere im Meer, und Schmetterlinge waren die beiden großen Themen, die 2018 / 2019 ein Schuljahr lang intensiv bearbeitet wurden. Am Umweltaktionstag im Mai 2019 griffen alle sechs Klassenstufen eins oder beide Themen altersgerecht und fachübergreifend auf. Lehrer Dieter Köhnke: „Als Schule zeigen wir seit 2001, wie wichtig uns der Schutz der Umwelt ist. Um den Titel ‚Umweltschule Europas’ müssen wir uns jedes Jahr aufs Neue bewerben. Bis zum Ende des Schuljahres entstehen dann zwei große Ordner, zum Beispiel mit Liedern und Gedichten, Power-Point-Präsentationen und der Dokumentation der Theaterarbeit in der Schule. Zum Abschluss gibt es einen großen Präsentationstag, an dem auch ein Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung teilnimmt. Inzwischen steht fest: Wir werden den Titel wieder erhalten.“

„Die interessanteste Station war an diesem Tag die Untersuchung des Mülls, mit dem Ziel: Müll möglichst zu vermeiden.“ Caroline (Klasse 5b)

 

Die einzelnen Klassen in der Waldstadt-Grundschule dürfen sich aussuchen, ob sie den Umweltaktionstag an einem außerunterrichtlichen Lernort verbringen, zum Beispiel im Mitmachmuseum Extavium, oder in der Schule selbst von einer spannenden Station zur nächsten wandern. Dieter Köhnke: „Die Kinder haben an der WAT-Station (WAT steht für Wirtschaft, Arbeit, Technik) mit der Laubsäge Schmetterlingsapplikationen ausgesägt. Oder sie bedruckten Stoffbeutel mit dem Schul-Logo, die besten wurden von einer Kommission prämiert. Am Ende blieb gar nicht Zeit für alle Stationen, die Auswahl war zu groß.“ Auch die Bewegung kam nicht zu kurz. Philipp, Kuno und Jannis aus der 2. Klasse: „Die Staffelspiele in der Turnhalle waren sehr lustig, weil wir mit Schmetterlingsflügeln flattern und ein Schmetterlingspuzzle machen konnten.“

 

Viele Partner unterstützen die kleinen Forscher bei ihrer Arbeit. Angehende Lehrer der Uni Potsdam ergänzten den Sachunterricht beim Thema „Wie leben einheimische Schmetterlingsarten – und wie können wir sie erhalten?“ Die Schüler versorgten die Schmetterlingslarven des Distelfalters mit Fruchtfliegen. Dieter Köhnke: „Die Larven haben sich verpuppt und konnten schließlich als Schmetterlinge in die Freiheit entlassen werden. Das war natürlich ein besonderes Highlight, sie dann in den benachbarten Gärten und Blumenrabatten zu beobachten.“ Mit einfachen Mitteln lassen sich ganz besonders Grundschüler für ein umweltschonendes Verhalten sensibilisieren. Sie vermeiden zum Beispiel Haushaltsmüll und entsorgen ihn fachgerecht. Dieter Köhnke: „Kinder sind neugierig. Wir motivieren die Schüler dazu, genauer hinzusehen, Vermutungen aufzustellen, sie zu überprüfen und vielleicht auch zu verwerfen. Durch spannende Fragen spüren die Kinder, wie viel es über die Umwelt herauszufinden gibt.“